Making of - Ein Projekt bewegt seine Macher

Ob Bahnen, Schiffe, Autos oder Flugzeuge, in Verkehrsmitteln und ihren Infrastrukturen ist ABB mit ihren Produkten vertreten. Das will ABB Schweiz mit einer grossen Ausstellung an den Bahnhöfen von Bern, Zürich und Genf demonstrieren. Bevor Zehntausende in die ABB-Welt eintreten können, muss diese erst erschaffen werden.

Sommer 2005. Baden. Kommunikation ABB Schweiz: Entstanden ist die Projektidee in der Abteilung Kommunikation von ABB Schweiz. Der Arbeitstitel: ABB bewegt. Für die Umsetzung braucht es kreative Köpfe, erfahrene Fachleute, geschickte Macher. Mit welchen externen Partnern wollen wir zusammenarbeiten? Konzepte werden erstellt, Fachleute gesucht, Briefings vorbereitet, Aufträge verteilt, Ideen geboren und wieder verworfen. Es dauert zwar noch ein ganzes Jahr, bis die Ausstellung zum Publikumsmagneten werden soll. Trotzdem muss Druck aufgebaut werden. Sonst rennt uns die Zeit davon.

Herbst 2005. Baden. Kommunikation ABB Schweiz: Schon bald ist klar: es sollen verschiedene Verkehrswelten geschaffen werden. Und ein faszinierendes, ausgeklügeltes Mobilitätsballett. Doch wie kann man die komplexen ABB-Produkte und Lösungen in einfach verständliche Exponate für ein breites Publikum umsetzen? Erste Vorprojekte werden gestartet und Präsentationen vorbereitet, denn schliesslich sollen auch ABB-Manager, vom Projekt überzeugt werden. Da braucht es Konkretes.

Verträge werden abgeschlossen, Kick-off-Meetings durchgeführt und die Standbedingungen vor Ort an den verschiedenen Bahnhöfen rekognosziert. Wie gehen wir mit den verschiedenen Raumhöhen um? Die Standarchitektur muss an die Platzverhältnisse angepasst werden. Das Mobilitätsballett soll flexibel in unterschiedlichen Höhen gebaut werden können. Was ist möglich? Was erlaubt?

Winter 2005. Baden. Kommunikation ABB Schweiz: Damit die Ausstellung möglichst viele Besucher anzieht, braucht es begleitende Kommunikationsmassnahmen: Ein E-Board, einen originellen Wettbewerb mit tollen Preisen, Plakate, Radiospots. Und sollten wir nicht auch das Internet als Werbeträger nutzen? Was liegt im Budget noch drin und was müssen wir weglassen? Ein detaillierter Kommunikationsplan wird ausgearbeitet und in regelmässigen Meetings mit den externen Partnern sichergestellt, dass alle Teilprojekte aufeinander abgestimmt und im Zeitplan sind.

Winter 2006. Winterthur, Ausstellungsspezialist. Der Ausstellungsspezialist hat den Auftrag, die szenische ABB-Welt zu gestalten. Die Exponate werden extra für ABB neu entwickelt und gefertigt. Die technische Umsetzung ist anspruchsvoll. Welche Themen werden wie umgesetzt? Der Projektleiter zeigt Skizzen. Nicht schlecht, doch noch fehlen die Details. Das wichtigste: werden es tatsächlich vier oder etwa doch nur drei Mobilitätswelten sein? Wie können die Themen Bahn, Seilbahn, Auto, Schiff publikumswirksam und selbsterklärend umgesetzt werden? Welche Idee ist technisch realisierbar? Antworten folgen auf Fragen, Einwände auf Vorschläge, Ideen werden gutgeheissen und wieder verworfen.

Januar 2006. Basel, Kommunikationsagentur: Hier werden die Ideen für das Werbesujet umgesetzt. Flugblätter, Einladungskarten, Poster sind gestaltet worden. Letzte Retuschen an den Plakaten finden statt. Es gibt drei Sujets, natürlich zum Thema Mobilität: ein Zug, ein Schiff, eine Luftseilbahn. Das zeigt auf: ABB bewegt. Nächstes Thema: Der Radiospot für die Lokalradios in Zürich, Bern und Genf. Der Vorschlag kommt gut an; untermalt von Verkehrsgeräuschen wird die Information in Form einer Bahnhofsdurchsage vermittelt. Gute Idee, das passt! Für heute ist alles klar.

Februar 2006. Weil am Rhein DE, Medienagentur. Hier entsteht ein „lebendiges Plakat“. 60 Quadratmeter gross bildet dieses E-Board ein dreidimensionales Puzzle. Ausgehend vom Storyboard wird mit einem 3D-Animationsprogramm die 15 Sekunden dauernde Geschichte gestaltet: Mehrere Teile zeigen die Mobilitätswelt von ABB, formieren sich zum Plakatsujet. Die Aussage: Ganz schön mobil – ABB steckt dahinter.

März 2006. Winterthur, Ausstellungsspezialist. Das Projekt wird immer konkreter: Braucht es zum Thema Bahn einen Film? Achtung: das Thema Bahnstromversorgung muss ersichtlich sein. Was sollen die Leute erkennen? Dass ABB dafür sorgt, dass kein Blackout mehr passiert? Weiter zum Schiff. Hier geht’s um Turbolader und Antriebe – gut, es gibt brauchbares Filmmaterial. Und sonst? Wie wäre es mit einem Aquarium mit einem Schiff darin? Die Idee gefällt.

Weiter zum Thema Strassenverkehr. ABB hilft mit, Autos zu bauen. ABB sorgt für die Sicherheit in Tunnels. Was kann gezeigt werden? Das Team ist von der Tunnelidee begeistert, möchte einen Brand simulieren. Harmlos natürlich, Rauch in einem Plexiglasrohr. Doch, wo kriegt man Rauch her, der keine Spuren hinterlässt? Und: soll das Thema umgesetzt werden, im Konzept ist es nicht vorgesehen…

Dann die Seilbahn. Gibt das Thema genug her für eine ganze Welt. Oder könnte man es mit dem Wettbewerb verkoppeln? Als Preise werden Tageskarten von Seilbahnen verteilt, die mit ABB-Antrieben ausgerüstet sind.

Wie wird der Wettbewerb abgewickelt? Fest steht: Die Formulare werden während der Ausstellung von Hostessen verteilt. Fest steht auch: Es gibt 500 Gewinne. Doch wie werden die Gewinner ermittelt? Wie die Preise überreicht? Das muss noch diskutiert werden.

April 2006, Zürcher Hochschule für Architektur, Winterthur. Ein Stahlgerüst, darauf ein roter Plastikkörper und ein mechanisches Ding, in Handarbeit gefertigt, das mal langsam, mal mit 3 Metern pro Sekunde hin und her fährt. Das „Fahrzeug“ erhält die Befehle per Infrarot – eine mechatronische Meisterleistung. Ein Informatiker ist seit vergangenem November mit der Konstruktion beschäftigt, die während der Ausstellung für spektakuläre Showeinlagen sorgen wird: Das Mobilitätsballett.

Die passende Klangkomposition wird von einem weiteren darauf spezialisierten Zulieferer vorgestellt: Ein Horn, kreischende Möwen, Zischen und Scheppern wie aus einem Maschinenraum…Klar, das Thema Schiff. Bahngeräusche, beschwingte Musik… eine Fahrt ins Grüne. Pffft, peng… Roboter bei der Automontage – und als Finale die ganze ABB-Mobilitätswelt in einem harmonischen Schlussbouquet. Applaus, das gefällt.

Mai 2006, Baden Kommunikation ABB Schweiz: Die Spannung steigt. Wird die Ausstellung rechtzeitig fertig? Haben wir genug ABB-Fachleute, die bereit sind, dem Publikum an den Bahnhöfen vor Ort die technischen Details zu erklären? Und dann muss ja noch die Schulung dieser „Explainer“ organisiert werden. Damit auch der Bahnspezialist mit einfachen Worten erklären kann, wie ein Azipod-Antrieb funktioniert. Und damit alle die ausgestellten Exponate auch bedienen können. Viel Detailarbeit steht an. Nichts darf dem Zufall überlassen werden.

8. Juni 2006. Bahnhof Bern. Leuchtend rote Kuben bewegen sich an einem hohen Aluminiumgestänge vertikal und horizontal, mal langsam mal schnell, beginnen unvermittelt zu leuchten, aus zufälligen Bildern werden geometrische Figuren. Das Hightech-Ballett fasziniert die Passanten, sie kommen näher, finden sich inmitten verschiedener Mobilitätswelten wieder. Schiffe, Bahnen, Autos, Bergbahnen. Welten von ABB Schweiz. Das Motto der Roadshow: Ganz schön mobil – ABB steckt dahinter. Bald ist es so weit.

Last edited 2006-08-18
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