Bremerhaven, 24. März 2009 - ABB investiert in das Geschäft mit Turboladern.
ABB investiert in die Modernisierung und Erweiterung seiner vier Service-Standorte in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2009 vergrößert der Geschäftsbereich Turbolader der ABB Automation GmbH die Niederlassungen in Hamburg, Bremerhaven, Dortmund und Mannheim, teilweise werden Neubauten errichtet und eröffnet. „Damit passen wir unsere Kapazitäten der Marktnachfrage an. Das Turboladergeschäft ist extrem serviceorientiert und unsere Kunden erwarten vom Marktführer nicht nur Premium-Produkte, sondern auch den entsprechenden After-Sales-Service. Diesen Anforderungen tragen wir Rechnung“, erklärt Thomas Fetzberger, Senior Vice President des Geschäftsbereiches Turbolader der ABB Automation.
Hauptbestandteil des Projektes ist die Eröffnung der neu errichteten Werkshallen in Bremerhaven (24. März), Hamburg-Harburg (23. April) und Dortmund (9. Juni). An allen drei Standorten bietet ABB ihren Kunden ein umfangreiches Ersatzteillager und die Möglichkeit zur Revision von Turboladerinstallationen auf Schiffen und Lokomotiven, aber auch von Stationäranlagen zum Beispiel in Blockheizkraftwerken (BHKW).
In Bremerhaven bezieht der Turboladerservice ein neues Gebäude mit einer Fläche von 600 Quadratmetern, das von der MWM Grundstücksverwaltung nach ABB-Anforderungen auf dem Gelände der MWB-Werft errichtet wurde. ABB mietet das Gebäude langfristig zurück, wodurch für den Investor und ABB eine klassische „Win-Win“-Situation entsteht. Hier spielt nicht nur die Nähe zum benachbarten Überseehafen eine wichtige Rolle, sondern auch die Tatsache, dass bedeutende Umbau- und Reparaturwerften in und um Bremerhaven angesiedelt sind.
ABB baut seit 1924 Abgas-Turbolader für großvolumige Diesel- und Gasmotoren in Baden/Schweiz und hat seither ihre Position als Markt- und Technologieführer stetig ausgebaut. Stand ursprünglich die Leistungssteigerung im Vordergrund, so spielen heute die gestiegenen Anforderungen an die Energieeffizienz großvolumiger Verbrennungsmotoren eine wesentliche Rolle beim Einsatz der High-Tech-Lader. Dies gilt im besonderen Maße für Schiffsantriebe, aber auch für Lokomotiven und in jüngster Zeit verstärkt für den Einsatz in der umweltfreundlichen, dezentralen Stromerzeugung mittels Blockheizkraftwerken (BHKW).
Der Einsatz von Turboladern bei Verbrennungsmotoren erhöht die Leistung um 70 Prozent bei gleicher Baugröße. Das entspricht rund zwei Drittel der Nominalleistung eines Motors. Der Leistungsbereich für die ABB-Turbolader reicht von 400 kW bis maximal 80.000 kW. Gleichzeitig reduziert der Turbolader die Abgasemissionen der Schadgase NOx bzw. CO2, was durch die ständige Weiterentwicklung der Produkte gewährleistet wird. Im Verlauf der letzten zehn Jahre sind Turbolader auch in fast allen Pkw zum Standard geworden.
Während an den norddeutschen Standorten Hamburg und Bremerhaven der Schwerpunkt der Serviceleistungen auf der Betreuung von Schiffsantrieben liegt, bedienen die binnenländischen Werke Dortmund und Mannheim besonders das Geschäft mit stationären Motoren der BHKW beziehungsweise zusätzlich die Kunden in den osteuropäischen Ländern Slowakei, Ungarn und Tschechien, sowie die Märkte in Österreich und der Schweiz.
ABB beschäftigt im Bereich Turbolader weltweit etwa 2.800 Mitarbeiter. Die Zahl der rund um den Globus eingesetzten Turbolader beläuft sich zurzeit auf mehr als 180.000 Stück. Hier liegt auch die besondere Herausforderung für den After Sales Service dieser Produkte. ABB garantiert für 98 Prozent aller in Betrieb befindlichen Turbolader einen Ersatzteil-Service von 24 Stunden.
Das heißt, innerhalb eines Tages werden die Ersatzteile weltweit auf den Weg gebracht, egal ob per Lkw, Bahn oder Flugzeug – eine enorme Anforderung an die Logistik. Das ist besonders für den großen Kundenkreis der weltweit operierenden Reedereien von besonderer Wichtigkeit. Denn ein Schiff, das mit einem technischen Defekt irgendwo auf der Welt liegen bleibt, kostet pro Tag schnell mehrere 10.000 Euro.
In Deutschland bearbeiten rund 60 Mitarbeiter pro Jahr etwa 2.500 Service-Fälle für deutsche Kunden. Hinzu kommen die Fälle, in denen ausländische Kunden über ihre jeweilige ABB-Landesgesellschaft in Europa quasi in Amtshilfe von Deutschland aus mit Ersatzteilen und Montagedienstleistungen bedient wird.
„ABB Turbolader hält an seinem eingeschlagenen Kurs fest und präpariert sich mit den jetzigen Investitionen für die Zukunft“, erklärt Fetzberger weiter. Dies betrifft nicht nur den Ausbau der Service-Standorte, sondern auch – und darauf ist Fetzberger besonders stolz – die Ausbildung des eigenen Nachwuchses für die Turboladertechnik. Die Ausbildungsquote liegt mit durchschnittlich 20 Prozent weit über dem deutschen Durchschnitt.
ABB in Deutschland erzielte im Jahr 2007 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro und beschäftigte zum 30. Juni 2008 etwa 10.800 Mitarbeiter. ABB ist führend in der Energie- und Automationstechnik. Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden in der Energieversorgung, der Industrie und im Handel, ihre Leistung zu verbessern und die Umweltbelastung zu reduzieren. Der ABB-Konzern beschäftigt etwa 120.000 Mitarbeiter in rund 100 Ländern.