ABB erweitert die Azipod-Produktlinie und bietet so mehr Flexibilität und Betriebssicherheit in weiteren Schiffssegmenten

2015-03-24 - ABBs neuester elektrischer Schiffsantrieb, der Azipod D, punktet mit Effizienz bei gleichzeitiger Flexibilität und Betriebssicherheit, wie es Schiffseigner von einem Antriebssystem mit der Erfahrung von mehr als 11 Millionen Betriebsstunden erwarten.

ABB stellt das jüngste Mitglied der Azipod-Familie elektrischer Schiffsantriebssysteme vor: den Azipod D, der 25 Prozent weniger installierte Leistung durch technologische Verbesserungen, wie unter anderem seine Hybrid-Kühlung, benötigt.

Azipod D, die jüngste Innovation in der Azipod-Produktfamilie elektrischer, getriebeloser Schiffsantriebssysteme von ABB, spricht ein breites Spektrum von Schiffstypen an, wie beispielsweise Offshore-Versorgungsschiffe, indem sie höchste Flexibilität im Charter-Betrieb bei gleichzeitiger Reduktion von Wartungskosten und Treibstoffverbrauch für vielfältige Einsatzbereiche bieten.

Schiffseigner profitieren von längeren Wartungsintervallen des Azipod D im Vergleich zu herkömmlichen Antriebssystemen mit mechanischem Getriebe. Das neue Azipod-Modell erschliesst vielfältige Einsatzmöglichkeiten bei einer neuen Generation von Offshore-Versorgungsschiffen, deren Schiffseigner zwischen schwankenden Treibstoffpreisen und hohen Ansprüchen navigieren müssen.

Die Reeder sind heutzutage auf der Suche nach Schiffen, deren Antriebssystem und Rumpfdesign zuverlässig funktionieren, egal ob Offshore-Plattformen beliefert, verankert oder auch bei schwerer See in genauer Position neben Tiefsee-Energieinstallationen gehalten werden müssen. Wo Sicherheit und Zuverlässigkeit zwingend sind – dort entfaltet der Azipod D seine Stärken.

Fokus: Flexibilität

«Der Fokus liegt nicht auf einer bestimmten Geschwindigkeit oder einem bestimmten Tiefgang, sondern auf einer Bandbreite an Geschwindigkeiten und Tiefgang», sagte Uwe Hollenbach, Senior Consultant bei der Schiffs- und Offshore-Klassifikationsgesellschaft DNV GL, der bis 2014 die Hamburger Schiffbau-Versuchsanstalt (HSVA) leitete, wo auch die Tests für die Entwicklung des Azipod D durchgeführt wurden. «Die Schiffe werden heutzutage immer flexibler, als sie es noch vor zehn Jahren waren.»

Uwe Hollenbach, Senior Consultant bei der Klassifikationsgesellschaft DNV GL, sagt, dass die Zeiten vorüber sind, in denen Schiffe auf eine bestimmte Geschwindigkeit ausgelegt wurden. Der Elektroantrieb trägt dazu bei, die Flexibilität von Schiffen zu erhöhen.
Seit seiner Entwicklung durch ABB im Jahr 1987 wurde das elektrische Azipod-Antriebssystem – bei dem der Motor in einer unter der Wasserlinie liegenden Gondel angebracht und der Propeller direkt mit der Antriebswelle verbunden ist – zum Branchenstandard der weltweit grössten Kreuzfahrtschiffe, Eisbrecher, eisgängigen Frachtschiffe und Offshore-Einheiten.

Alle installierten Azipod-Einheiten zusammengenommen kommen auf insgesamt mehr als 11 Millionen Betriebsstunden und helfen den Schiffseignern, bis zu 20 Prozent Treibstoff einzusparen.

Der nun vorgestellte Azipod D ergänzt den Azipod C, der vor mehr als zehn Jahren entwickelt wurde und seither erfolgreich in vielen Hightech-Schiffen installiert wurde, so zum Beispiel in Offshore-Versorgungsschiffen, Fähren, Jachten und Offshore-Einheiten.

Der neue Azipod D von ABB ergänzt den Azipod-C-Antrieb, der seit seiner Lancierung vor zehn Jahren in mehr als drei Dutzend Schiffen installiert wurde.
Zukunft im Offshore-Segment

Die Erdöl- und Erdgasförderung an den Küsten Afrikas, Asiens und Südamerikas bewegt sich immer weiter weg von der Küste zu entlegenen Tiefsee-Standorten mit vielversprechenden Rohstoffvorkommen. Entsprechend sind die Schiffseigner auf der Suche nach dieselelektrischen Schiffen mit DP (dynamic positioning)-Fähigkeit, deren Treibstoffeffizienz und Vielseitigkeit Charterverträge ermöglichen – auch bei schwankenden Energiepreisen.

Damit diese Anforderungen erfüllt werden können, bietet der Azipod D von ABB, dessen Leistung ein Spektrum von 1,6 bis 7 Megawatt abdeckt, mehr Antriebseffizienz beim Dynamic Positioning, wenn die Leistung flexibel an Wind, Wetter und andere Einflüsse angepasst werden muss.



Mit dem hocheffizienten Elektromotor des Azipod D, der in der Gondel und nicht unter dem Deck angebracht ist, wo Platz rar und teuer ist, können Schiffe flexibler designed werden. Und ein weiterer Vorzug für die Schiffdesigner: Der Antrieb kann an verschiedenste Rumpfformen und entsprechende Propellergrössen angepasst werden.

Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit

Der Azipod D bietet Zuverlässigkeit, ökologische Vorteile und eine hohe Betriebsbereitschaft, mit wenigen Ersatzteilen und nur sechs Litern Schmieröl – anstelle von 1.000 Litern bei herkömmlichen mechanischen Getrieben. Wartungsintervalle können erheblich verlängert werden.

Gutes Beispiel: Viking Avant, ein Offshore-Versorgungsschiff von Eidesvik Offshore, einem Reeder für Zuliefer,- Untersee- und Kabelverlegeschiffen sowie Spezialschiffen für seismologische Untersuchungen, wurde 2004 mit einem Paar 3-Megawatt starker Compact Azipod-C-Elektroantrieben ausgestattet, die das Schiff mit einer Geschwindigkeit von 16 Knoten antreiben. Dieses Jahr wurde das Schiff erstmals seit seinem Bau für eine technische Revision ins Trockendock gebracht.

Der CEO von Eidesvik, Jan Lodden, kommentierte, dass diese Betriebsdauer mit einer ersten Generalüberholung nach 12 Jahren praktisch beispiellos ist – «einzigartig angesichts dieses Typs von Antriebseinheiten.
«Sehr gute Betriebserfahrung»
«Wir haben sehr gute Erfahrungen im Betrieb mit diesem Azipod gemacht», sagte Eidesviks CEO Jan Lodden. «Wir hatten ihn 12 Jahre lang ohne Revision im Einsatz. Das ist einzigartig in Anbetracht dieses Typs von Antriebseinheiten.»

Der Azipod D hat ein neues Luft- und Wasserkühlsystem, wodurch das Gewicht des Antriebssystems reduziert und mehr Leistung direkt in den Antrieb des Schiffes gespeist werden kann.

Das Ergebnis: Schiffseigner erhalten mehr Leistung von kleineren Antrieben und steigern deren Nutzen für ein breiteres Spektrum an Schiffstypen wie Offshore-Zuliefern und –Bohrinseln sowie Fähren.

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